Physical AI – Digitale Intelligenz, physische Erfolge
/ 4 Min. zu lesenKünstliche Intelligenz optimiert Abläufe, senkt Einstiegshürden und macht Prozesse autonomer. Was früher statisch war, wird durch KI dynamisch und anpassungsfähig. Bei Agile Robots verleihen wir der KI einen Körper: Wir verbinden intelligente Algorithmen mit modernster Robotik – und schaffen so Lösungen, die über den digitalen Raum hinausgehen und echten Mehrwert in der Produktion schaffen.
Was ist Physical AI?
Physical AI ermöglicht es Maschinen, die physische Welt wahrzunehmen, zu interpretieren und aktiv mit ihr zu interagieren. Sie schlägt die Brücke zwischen der digitalen Welt und der Robotik und verbindet so die Intelligenz der KI mit der physischen Welt. Auf diese Weise gewinnt die Hardware eine bisher unerreichte Intelligenz und Anpassungsfähigkeit – Systeme können Daten nicht mehr nur verarbeiten, sondern sie auch physisch umsetzen.
Wie funktioniert Physical AI?
Sehen, hören, tasten. Das sind die wichtigsten Sinne des menschlichen Körpers. Sie helfen dem Menschen dabei, seine Umgebung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und gezielt zu handeln. Physical AI orientiert sich an genau diesen Prinzipien: Maschinen nehmen ihre Umgebung wahr, interpretieren die Informationen und setzen sie in präzise Bewegungen um – ähnlich wie der menschliche Körper.
Dank modernster Sensorik können Maschinen die menschlichen Sinne gezielt nachbilden. Dafür werden Kameras zum Sehen, Mikrofone zum Hören und taktile Sensoren zum Tasten eingesetzt, die hochauflösende Daten in Echtzeit erfassen und an vernetzte KI-Systeme übermitteln. Durch fortschrittliche Signalverarbeitung, neuronale Netze und Sensordatenfusion entsteht ein präzises Verständnis der Umgebung. Die gesammelten Informationen werden von der KI verarbeitet, interpretiert und in präzise, zielgerichtete Handlungen umgesetzt.
Interpretation durch generative KI
Diese Interpretation wird von generativen Modellen übernommen – etwa GPT aus dem LLM-Bereich oder Robotics Foundation Models – die multimodale Daten wie Bild-, Ton- oder Sensordaten gleichzeitig verarbeiten, um Roboterbewegungen zu generieren.
GPT (Generative Pre-trained Transformer) wurde ursprünglich für Sprachverständnis und -erzeugung entwickelt. In Physical-AI-Systemen kann ein solches Modell jedoch auch zur semantischen Interpretation sensorischer Informationen eingesetzt werden: Es erkennt Muster, zieht Schlussfolgerungen und generiert Handlungspläne – ähnlich wie das menschliche Gehirn Sprache und Wahrnehmung kombiniert, um Entscheidungen zu treffen.
Unsere Robotics Foundation Models gehen noch einen Schritt weiter. Sie sind speziell darauf ausgelegt, multimodale Eingaben – wie Kamerabilder, Sprachkommandos oder taktile Messwerte – gemeinsam zu verarbeiten. Daraus können die Modelle komplexe Aufgaben analysieren, geeignete Bewegungsabläufe ableiten und Interaktionen in der realen Welt planen. So sind Roboter in der Lage, auch in unstrukturierten Umgebungen komplexe Tätigkeiten autonom auszuführen – etwa Waren in einem Lager zu sortieren, Objekte zu greifen und zu manipulieren oder spontan auf menschliche Anweisungen zu reagieren.
Insgesamt bilden generative KI-Modelle den kognitiven Steuerungskern moderner Physical-AI-Systeme. Sie ermöglichen es Maschinen, nicht nur Daten zu verarbeiten, sondern Bedeutung und Kontext zu verstehen – und dieses Verständnis in adaptives, physisches Verhalten umzusetzen.
Durch Methoden wie Reinforcement Learning oder Imitation Learning, bei denen die KI durch Interaktion mit ihrer Umgebung schrittweise optimale Handlungsstrategien erlernt, werden diese Systeme kontinuierlich besser. In Kombination mit Sensordatenfusion, multimodaler Repräsentation und generativem Lernen entsteht so eine neue Form von verkörperter Intelligenz, die die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt zunehmend verwischt.
Wie Agile Robots Physical AI einsetzt
Wir bei Agile Robots verfolgen einen holistischen Ansatz. Das bedeutet, dass wir Prozesse ganzheitlich betrachten, komplette Produktionslinien automatisieren und gezielt das Zusammenspiel modernster Technologien nutzen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Dieses Zusammenspiel basiert auf der gezielten Interaktion von Hardware, Software und künstlicher Intelligenz. Für uns bedeutet das: Unsere Roboter, Peripheriegeräte und die Softwareplattform AgileCore, unterstützt von Agile AI, bilden gemeinsam mit den Robotics Foundation Models ein intelligentes Gesamtsystem.
Sensoren nehmen die Welt wahr, Agile AI und die Modelle verstehen sie – und unsere Roboter übersetzen sie in feinfühlige Bewegungen.
Vielseitige Anwendungsfälle
Physical AI eröffnet nahezu unbegrenzte Anwendungsfelder in der Industrie. Überall dort, wo Präzision, Flexibilität und intelligentes Handeln gefragt sind, schafft sie neue Möglichkeiten für Automatisierung und Effizienz.
Exemplarisch haben wir auf der automatica 2025 gezeigt, wie Physical AI in der Serverwartung zum Einsatz kommt. Vor Ort hatten Besucher die Möglichkeit, unseren mobilen Dual-Arm-Roboter mithilfe von natürlicher Sprache zu instruieren. Dann übernimmt Agile AI den Rest.
Nach erfolgreicher Eingabe führt der Roboter den Auftrag präzise aus. Er fährt autonom zum Serverschrank, erkennt die Festplattenslots und entnimmt die vorhandenen Laufwerke mit taktilem Feingefühl. Anschließend setzt er die passenden Datenträger gezielt in die freien Slots ein.
Das Ganze geschieht fast vollständig autonom: Physical AI übernimmt die Koordination von Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Handlung, sodass der Roboter selbstständig auf unterschiedliche Situationen reagieren kann. Menschliches Eingreifen ist lediglich zur Systemüberwachung und in seltenen Ausnahmefällen nötig.
Vorteile für die Industrie
Die Vorteile liegen auf der Hand: Physical AI steigert die Effizienz, reduziert Fehler und ermöglicht flexible Anpassungen an wechselnde Produktionsbedingungen. Prozesse, die früher zeitaufwendig und fehleranfällig waren, werden zuverlässig und präzise ausgeführt.
Gleichzeitig senkt die Technologie die Eintrittshürden für komplexe Automatisierungslösungen, da der Nutzer keine tiefgehenden Programmierkenntnisse benötigt. Stattdessen kann der Prozess einfach durch die Eingabe von natürlicher Sprache initiiert werden.
Die Technologie ermöglicht zudem eine kontinuierliche Prozessoptimierung, da Maschinen selbstständig aus ihren Aktionen lernen und Abläufe immer effizienter gestalten. Dafür werden Sensordaten in Echtzeit analysiert, Abläufe überwacht und Muster erkannt, die auf Optimierungspotenziale hinweisen.
So eröffnet Physical AI neue Möglichkeiten für innovative Automatisierungslösungen – von der Montage über die Qualitätskontrolle bis hin zur Wartung komplexer Systeme.
Agile Robots verbindet damit Produktivität, Präzision und Adaptivität auf bisher unerreichte Weise und gestaltet die Zukunft der intelligenten Produktion aktiv mit.